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Cannabis und Sexualität

Viele Patient:innen, die eine Cannabistherapie beginnen oder in Erwägung ziehen, fragen sich, welchen Einfluss THC oder CBD auf ihre Sexualität haben könnte. Dieser Artikel vermittelt eine sachliche Einordnung des aktuellen Wissensstands. Grundsätzlich gilt: ob und inwiefern CBD oder THC die Sexualität beeinflussen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die individuelle Wirkung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und ist Gegenstand aktueller Forschung.

Warum ist Sexualität ein sensibles Thema im medizinischen Kontext?

Sexualität ist kein isoliertes körperliches Phänomen, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels. Psychische Verfassung, körperliche Gesundheit, Hormonstatus, Lebensumstände und die Qualität einer Beziehung beeinflussen das sexuelle Erleben gleichermaßen – und keiner dieser Faktoren wirkt unabhängig von den anderen. Schon kleine Veränderungen in einem Bereich können sich spürbar auf das Gesamtbild auswirken.

Das macht Sexualität zu einem medizinisch relevanten, aber schwer fassbaren Thema. Was bei einer Person zu mehr Wohlbefinden und Nähe führt, kann bei einer anderen Person ohne Wirkung bleiben oder sogar gegenteilige Effekte haben.

Diese individuellen Unterschiede gelten für viele Bereiche der Medizin – bei der Sexualität sind sie jedoch besonders ausgeprägt.

cannaibs und sex

Für die medizinische Einordnung von Cannabis bedeutet das: Berichte über veränderte sexuelle Wahrnehmung im Rahmen einer Cannabistherapie sind ernst zu nehmen. Sie sind aber keine Grundlage für ein präzise abgestimmtes Therapieziel.

Warum wird Cannabis im Zusammenhang mit Sexualität diskutiert?

Der Grund liegt im Endocannabinoidsystem (ECS). Dies ist ein Verbund aus körpereigenen Rezeptoren, die an einer Vielzahl grundlegender Prozesse beteiligt sind: wie wir Reize wahrnehmen, wie wir mit Stress umgehen, wie wir Emotionen verarbeiten. All das sind Faktoren, die das sexuelle Erleben mitbestimmen. Da Cannabis durch die Stoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) auf dieses System einwirkt, liegt die Frage nach möglichen Auswirkungen auf die Sexualität nahe.1

Wichtig ist dabei: Cannabis beeinflusst Sexualität nicht wie ein gezieltes Medikament mit vorhersehbarer Wirkung. Was sich verändern kann, sind eher die Rahmenbedingungen – das innere Erleben von Anspannung oder Entspannung, die Wahrnehmung von Nähe oder die emotionale Verfassung in einem intimen Moment.

Stress, Anspannung und mentale Belastung

Stress gehört zu den am häufigsten genannten Faktoren, die das sexuelle Erleben beeinträchtigen. Er wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig: körperlich, hormonell und emotional. In der medizinischen Cannabisforschung wird das ECS unter anderem im Zusammenhang mit Stressverarbeitung und innerer Anspannung diskutiert.2

Verschiedene Studien berichten, dass eine Mehrheit der Befragten unter Cannabiseinfluss eine erhöhte Entspannung während sexueller Aktivitäten verspürt. Ob dieser Effekt in einem konkreten therapeutischen Kontext relevant ist, lässt sich jedoch nur individuell beurteilen.3

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Körperwahrnehmung und Sinnesverarbeitung

Manche Patient:innen beschreiben, dass sie unter der Wirkung von Cannabis eine veränderte Wahrnehmung von Geschmack und Berührung empfinden – zwei Sinne, die im körperlichen Erleben von Intimität eine zentrale Rolle spielen.2 Auch hierbei handelt es sich jedoch eher um subjektive Erfahrungsberichte.

Cannabis und Potenz – medizinisch eingeordnet

Ob und wie Cannabis die Erektionsfähigkeit beeinflusst, lässt sich nicht verallgemeinern – die Studienlage unterscheidet sich je nach Darreichungsmuster erheblich. Kurzfristig berichten viele Männer von keiner relevanten Veränderung. Die längerfristige Einnahme von überdurchschnittlich hohen Dosen THC scheint hingegen eher negative Auswirkungen zu haben. Eine klare Kausalität ist in beide Richtungen nicht belegt.4 In jedem Fall wird die Dosis in der Cannabistherapie mit dem behandelnden Arzt oder behandelnden Ärztin abgestimmt, um die persönlichen Eigenschaften der Patient:innen zu berücksichtigen.

THC und CBD – Wirkung auf Sexualität

Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind die bekanntesten Wirkstoffe in Cannabis. Doch ihre Eigenschaften sind recht unterschiedlich. Dies gilt auch für ihren Einfluss auf das sexuelle Empfinden.

THC kann beeinflussen, wie wir Reize wahrnehmen und verarbeiten. Dementsprechend gibt es sowohl positive als auch negative Berichte über ein verändertes Sexualempfinden unter der Wirkung von THC.5

CBD beeinflusst die Wahrnehmung nicht direkt. Diskutiert wird vor allem, ob CBD das allgemeine Entspannungserleben fördern kann und damit indirekt das Umfeld für Intimität beeinflusst. Belastbare Studien zur Wirkung von CBD auf die Sexualität gibt es bislang jedoch kaum.

 Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Die Forschung deutet darauf hin, dass Cannabis das sexuelle Erleben bei Männern und Frauen unterschiedlich beeinflussen kann – allerdings sind die Befunde uneinheitlich und die individuellen Unterschiede oft größer als die geschlechtsspezifischen.5

Frauen berichten in Studien häufiger von gesteigertem Verlangen und verbesserter Körperwahrnehmung unter Cannabis; bei Männern ist das Bild gemischter, insbesondere was die Erektionsfähigkeit bei höheren Dosen betrifft.4 Zugleich wird betont, dass Alter, Dosierung und psychisches Befinden mindestens ebenso relevant sind wie das Geschlecht.3

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Sexuelle Unlust – warum Cannabis keine allgemeine Lösung ist

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Sexuelle Unlust hat viele mögliche Ursachen – von hormonellen Veränderungen über chronische Erkrankungen und Medikamentennebenwirkungen bis hin zu psychischen Belastungen oder Beziehungsdynamiken. Wer dauerhaft wenig Lust empfindet und darunter einen Leidensdruck verspürt, sollte das ernst nehmen und sich gegebenenfalls ärztlich beraten lassen.

Cannabis kann in diesem Zusammenhang nur begleitend genutzt werden, um die Rahmenbedingungen des sexuellen Empfindens zu verbessern. Es ist nicht für die gezielte Einflussnahme auf das Sexualempfinden vorgesehen.

In jedem Fall liegt es im Ermessen des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin, das Potenzial der Cannabistherapie festzustellen und die genaue Herangehensweise (Dosis, Sorte, Therapieziel etc.) auf den individuellen Fall abzustimmen.

Cannabisrezept nach ärztlichem Erstgespräch | nowomed

Medizinisches Cannabis wird in Deutschland auf Rezept verordnet. Der Weg dorthin führt über eine fundierte ärztliche Einschätzung. Die mit nowomed kooperierenden Ärzt:innen begleiten diesen Prozess von Anfang an und nehmen dabei auch sensible Fragen zur Wirkung von Cannabis auf die Sexualität ernst.

Nach einer kostenfreien Registrierung füllen Sie zunächst einen Anamnesebogen aus, auf dessen Basis das medizinische Fachpersonal prüft, ob eine Cannabistherapie für Sie in Frage kommt. Ist dies der Fall, können Sie einen Termin für ein ausführliches Erstgespräch anfragen. Wird Ihr medizinischer Bedarf bestätigt, erhalten Sie im Anschluss ein Rezept, das ihre Einstiegsdosis festlegt und Ihnen ermöglicht, medizinisches Cannabis in der Apotheke zu kaufen. Folgerezepte können auch ohne erneutes Gespräch oder via Videosprechstunde ausgestellt werden.

Fazit

Sexualität und Cannabis haben im medizinischen Alltag mehr sachliche Aufmerksamkeit verdient. Die bisherige Forschung zeigt vor allem eines: Pauschale Aussagen über die Wirkung oder die therapeutischen Aussichten sind nicht möglich. Zu viele individuelle Faktoren spielen eine Rolle, zu uneinheitlich ist die Forschungslage. Dennoch weisen einige Studien darauf hin, dass Cannabis das individuelle Sexualempfinden positiv beeinflussen kann. Ob dies auch für Ihren spezifischen Fall von Bedeutung sein könnte, klären Sie im Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin.

Häufig gestellte Fragen

 

Kann Cannabis das sexuelle Erleben verändern?

Ja, das ist möglich – aber nicht garantiert. Ob und wie sich das sexuelle Erleben verändert, hängt von der Person, der Dosis und dem Kontext ab. Manche berichten von Veränderungen, andere bemerken keinen Unterschied.5

 

Ist Cannabis sexuell anregend?

Nicht im medizinischen Sinne. Einige Menschen berichten von gesteigertem Verlangen – das ist jedoch kein vorhersehbarer Effekt und kein therapeutisches Ziel der Cannabistherapie.

 

Wie wird Cannabis im Zusammenhang mit der Libido diskutiert?

Vor allem indirekt: Entspannung und ein verändertes Körpergefühl können sich auf die Libido auswirken. Eine direkte Wirkung auf das sexuelle Verlangen ist wissenschaftlich nicht belegt.2

 

Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Die Forschung deutet auf gewisse Unterschiede hin – Frauen berichten tendenziell häufiger von positiven Veränderungen. Individuelle Faktoren wie Dosierung und psychisches Befinden sind aber oft ausschlaggebender als das Geschlecht.3

 

Warum fühlt sich Sex für manche Menschen unter Cannabis anders an?

Cannabis beeinflusst über das Endocannabinoidsystem, wie wir Reize wahrnehmen und verarbeiten – darunter Berührung, Entspannung und emotionales Erleben. Das kann das Empfinden während der Intimität verändern, muss es aber nicht.1

 

 

Referenzen

  1. Simankowicz, P. & Piscitelli, F. (2025). The Role of Endocannabinoids in Physiological Processes and Disease Pathology: A Comprehensive Review. Neurotherapeutics 12(4), 692–698.

https://doi.org/10.1007/s13311-015-0374-6

  1. Lissitsa, D. et al. (2024). Update on cannabis in human sexuality. Psychopharmacology. 241(9), 1721–1730.

https://doi.org/10.1007/s00213-024-06643-4

  1. Moser, A. et al. (2023). The influence of cannabis on sexual functioning and satisfaction. Journal of Cannabis Research 5, 2.

https://doi.org/10.1186/s42238-022-00169-2

  1. Balon, R. (2017). Cannabis and Sexuality. Curr Sex Health Rep 9, 99–103.

https://doi.org/10.1007/s11930-017-0112-7

  1. Wiebe, E. & Just, A. (2019). How cannabis alters sexual experience: A survey of men and women. The Journal of Sexual Medicine, 16(11), 1758–1762.

https://doi.org/10.1016/j.jsxm.2019.07.023

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